Nutzerorientierte Gestaltung – Regeln und Grundlagen

Es gibt allgemeine Prinzipien und Regeln der Gebrauchstauglichkeit (Usability). Die nutzerorientierte Gestaltung von Internetseiten betreffend kann man diese Regeln wie folgt zusammenfassen:

  1. Sichtbarkeit:
    Wichtige Seitenelemente (Navigationselemente, Bestellen-Button, Weiter-Button usw.) müssen sichtbar (sichtbarer Bereich) sein, sofort erkennbar (Farbwahl, Gestaltung) sein und die intuitive Bedienbarkeit der Webseite unterstützen.
  2. Gedächtnisleistung:
    Eine Internetseite soll so wenig wie möglich Gedächtnisleistung vom Nutzer erfordern. Ausdrucksstarke, gleichbleibende Elemente werden vom Nutzer von Seite zu Seite erkannt, er muss nicht versuchen sich an sie zu erinnern. Neue Elemente und Funktionalitäten sollten mit denen in Beziehung stehen die der Nutzer schon kennt.
  3. Rückmeldung:
    Wenn ein Nutzer eine Aktion ausführt sollte er sofort Rückmeldung erhalten, wenn er z.B. einen Button klickt sollte eine Veränderung auf der Seite erkennbar werden damit der Nutzer erkennt, daß das System seine Aktion registriert und ausgeführt hat. (zusätzliche Maßnahmen: Rollover bei Buttons, aktive / inaktive Links usw.)
  4. Zugänglichkeit:
    Besucher von Internetseiten wollen schnell und einfach informiert werden. Eine gute Internetseite bietet dem Nutzer mehrere Einstiege (jeweils optimiert für eine Zielgruppe) um die gewünschte Information zu erhalten. (Navigationselemente, Teaser, Suchfunktion, Site-Maps usw.) Zuviele Möglichkeiten verwirren jedoch. Informationen sollten in leicht verständliche Häppchen zerlegt werden und in einer für den Nutzer sinnvollen Abfolge präsentiert werden. Dem Nutzer muss es möglich sein eine Internetseite zu scannen anstatt komplett zu lesen. Schlüsselworte sollten daher prominent präsentiert werden. Die meisten Internetnutzer lesen nicht, sie scannen gezielt nach „ihrem“ Keyword
  5. Orientierung/Navigation:
    Häufig berichten Internetnutzer, daß sie sich verloren und alleingelassen fühlen, dabei gibt es viele Möglichkeiten dem Nutzer die Orienterung zu erleichtern.
    Gestalten Sie Links kenntlich und formulieren Sie sie selbsterklärend. „Sackgassen-Seiten“, also Seiten ohne einen für den Nutzer erkennbaren Ausweg sollten Sie vermeiden. Nutzer sollten auf jeder Unterseite einer Webpräsentation erkennen können wo sie sich gerade befinden. Man kann nicht davon ausgehen, daß die Besucher einer Webseite über die Startseite einsteigen. Links aus Suchmaschinen und von anderen Webseiten verweisen häufig auf Unterseiten eines Webauftritts.
  6. Fehler des Nutzers:
    Fehler wie zum Beispiel der Klick auf den falschen Link oder Button sollten möglichst ausgeschlossen werden. Um sicher zu gehen sollten Sie dem Nutzer eine Möglichkeit an die Hand geben sich nach Fehlern schnell zu orientieren und den Rückweg in den gewünschten Prozess zu finden.
  7. Zufriedenheit:
    Eine Internetseite sollte dem Nutzer das Gefühl von Zufriedenheit bescheren. Stellt sich dieses Gefühl bei der Nutzung und beim Betrachen einer Internetseite ein so reagiert der Nutzer mit Vertrauen in die Verlässlichkeit der auf der Seite angebotenen Informationen, Spaß beim Nutzen der Seite und im Ergebnis mit höheren Conversions.
  8. Lesbarkeit:
    Ihre Texte sollten einfach lesbar sein. Die Lesbarkeit von Texten hängt von folgenden Faktoren ab.
    – Serifenlose Schriften sind einfacher zu lesen als Serifen-Schriften.
    – Kursiver Text ist am Bildschirm schlecht zu lesen.
    – Die Schriftgröße sollte angemessen gewählt werden.
    – Text in Großschreibung ist schlecht zu lesen.
    – Textblöcke länger als 50 Worte verlangsamen das Lesen und Erfassen.
    – Text und Hintergrund sollten in starkem Kontrast stehen.
    – Dunkler Text auf hellem Hintergrund erhöht die Lesbarkeit.
  9. Sprache:
    Klare und einfach Sprache wird verstanden. Es gilt folgendes zu beachten, verwenden Sie:
    – kurze Sätze
    – alltägliche Worte (Vermeiden Sie technische Ausdrücke oder Fachjargon)
    – Den Aktiv
    – Verben anstatt aneinandergereihte Nomen. Vermeiden Sie Nominalisierung.
    – einfachen Satzbau.
  10. Gestaltung:
    Gestalten Sie Internetseiten so, daß sie die „Verbündete“ des Nutzers wird.
    – Verwenden Sie ein Seitenraster für Ihre Entwürfe.
    – Gestalten Sie interessante aber gleichzeitig einfach und aufgeräumte Internetseiten.
    – Nutzen Sie Grafiken um Aufmerksamkeit zu lenken, zu erklären oder informieren.
    – Motivieren Sie die Nutzer Ihrer Seiten. Etappenerfolge steigern die Zufriedenheit und Motivation weiterzumachen.
    – Helfen Sie dem Nutzer durch Ihre Seiten zu navigieren.
    – Stellen Sie wichtige Elemente Ihrer Seite prominent dar. („Call to Action-Elemente“ erhalten die wärmste Farbe usw.)
    – Behandeln Sie Text wie ein grafisches Element.
    – Verwenden Sie Farben dezent und gezielt. Farben können Menschen sowohl emotional als auch kognitiv berühren im ungünstigen Fall aber auch abschrecken oder gar abstoßen.
    – Gruppieren Sie ähnliche/funktionsgleiche Elemente
    – Verwenden Sie Weißräume um Ihre Internetseite zu strukturieren, wichtige Elemente hervorzuheben und dem Auge des Betrachters einen Ruhepunkt zu gönnen.
 

 

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